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25.08.2017, Krefeld

"Alle Lebensbereiche abbilden." Krefeld setzt bei der Steuerung der kommunalen Präventionsketten auf multiprofessionale Zusammenarbeit.

Im Gespräch mit Jugendamtsleiter Markus Schön:

Die Steuerungsgruppe der kommunalen Präventionsarbeit in Krefeld hat Ende Juni 2017 ihre Arbeit aufgenommen. In der konstituierenden Sitzung waren nicht nur Fachleute aus der Verwaltung beteiligt, sondern auch Akteure aus anderen Strukturen und unterschiedlichsten Themenbereichen.

Bei der  Zusammensetzung der Steuerungsgruppe in Krefeld fällt auf, dass sie sehr vielfältig aufgestellt ist. Was war Ihnen bei der Gestaltung der Steuerungsstruktur wichtig?

Schön:
Wir wollen möglichst alle Lebensbereiche abbilden, die das Leben und Aufwachsen von Kindern und Jugend tangieren. Das betrifft die gesamte Palette unserer Angebote im Jugendamt und natürlich das Schulthema. Hier ist wichtig, nicht nur die kommunale Schulverwaltung, sondern eben auch die staatliche Schulaufsicht zu berücksichtigen, weil wir natürlich auch an die pädagogischen Bereiche ran müssen. Auch ganz wichtig sind die Bereiche Gesundheit, Sport sowie die Kinder-und Jugendpsychiatrie. Wenn "Kein Kind zurücklassen!" zum Ziel hat, präventiv wirklich alle Bereiche, die das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen tangieren, zu vernetzen, dann müssen diese in der Steuerungsgruppe auch vertreten sein. Bei einer solchen multiprofessionellen Zusammensetzung des Gremiums kann man schnell feststellen, dass aus ganz verschiedenen Bereichen, aus ganz verschiedenen Blickwinkeln, sehr gute Ideen kommen, wie wir schnelle oder auch längerfristige Verbesserungen der Aufwachsens für Kinder und Jugendliche herbeiführen können.

Es ist eine Besonderheit der Steuerungsgruppe für die Präventionsarbeit in Krefeld, dass der Jugendbeirat beteiligt ist. Warum haben Sie sich dazu entschlossen?

Schön:
Es gibt eine Tendenz, dass man bei Projekten in der Sozialen Arbeit wie "Kein Kind zurücklassen!" oft über die Zielgruppe spricht, aber selten mit der Zielgruppe. Wir in Krefeld haben aktuell die glückliche Situation, dass sich unser Jugendbeirat, also die städtische Jugendvertretung, gerade in einer sehr guten Art und Weise neu konstituiert hat. Das sind ganz fitte und engagierte junge Menschen, aus ganz verschiedenen Bereichen, auch von ganz unterschiedlichen Schularten und mit ganz vielfältigen Hintergründen. Deswegen war es für mich einfach nur logisch, dass der Jugendbeirat einen Sitz in der Steuerungsgruppe von "Kein Kind zurücklassen!" bekommt.

Wie ernst ist es Ihnen mit der Beteiligung des Jugendbeirats? Wie soll die Zusammenarbeit konkret aussehen? Was erhoffen Sie sich?

Schön:
Ich finde die Anregungen, die die Mitglieder des Jugendbeirats geben, ganz wichtig. Das sind Dinge, die wir wie alle anderen fachlichen Empfehlungen aufnehmen, bearbeiten und nach Möglichkeit umsetzen. Ich muss aber sagen, dass Beteiligung nicht nur eine Einbahnstraße ist. Ich erwarte natürlich auch, dass diejenigen, die hier mitarbeiten, Verantwortung übernehmen und die Themen, die wir hier besprechen, auch in ihre jeweilige Struktur weitertragen. Denn das sind alles Themen, wo wir die Einschätzung von jungen Menschen brauchen können.

Stichwort Ehrenamt. Welche Aufgabe und Rolle sehen Sie beim Ehrenamt?

Schön:
Das Ehrenamt hat eine ganz wichtige Rolle. Wir haben ja hier in der Steuerungsgruppe, neben den Mitgliedern des Jugendbeirats, auch die Krefelder Kindertafel vertreten. Ich glaube, die Themen "sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und Familien" und "Kinder- und Jugendarmut" sind nicht nur eine Aufgabe, der sich die Institutionen in der Verwaltung widmen müssen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Es gibt- das hat auch das Thema "Zuzug Geflüchteter" gezeigt - ein unheimliches Potential in der Gesellschaft: ehrenamtliche Ressourcen, bürgerschaftliches Engagement und auch Engagement von Firmen und Betrieben. Dies muss koordiniert und vor allem ernst genommen werden. Dann können wir Brücken schlagen, um das ehrenamtliche Potential auch dahin zu kriegen, wo es sich am wirksamsten entfalten kann.

Das Gespräch führte Dr. Ursula Kansy.

Opens external link in new windowZum Interview mit den Vertretern des Jugendbeirats Frederic Koch und Marius Drozdzewski.