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13.09.2017, Köln

"Wir wollen die Prävention stärken!"

Online-Dokumentation zum Lernnetzwerktreffen "Kommunale Präventionsketten"

Am Mittwoch, den 13.09. kamen an einem recht stürmischen Tag die Vertreterinnen und Vertreter der 40 Programmkommunen sowie weitere Akteure der kommunalen Präventionsketten zum nunmehr 17. „Lernnetzwerktreffen“ zusammen. Im übertragenen Sinne „stürmisch" war auch der Frühsommer, da nach den Landtagswahlen einige Unsicherheiten darüber bestanden, wie es mit der Landesinitiative weitergehen würde. Ilona Heuchel, geschäftsführender Vorstand des Instituts für Soziale Arbeit (ISA) betonte in ihrer Begrüßung jedoch: „Der Stellenwert präventiver Arbeit ist unbestritten hoch. Viele Kinder und Jugendliche benötigen weiterhin unsere gemeinsamen Anstrengungen, frühzeitig die Weichen für nötige Unterstützung zu stellen.“ Dementsprechend positiv nahmen Mitte Juli alle Beteiligten die Nachricht auf, dass die Landesinitiative nun evaluiert und zunächst bis Ende 2018 fortgeführt werden soll.

 

Dr. Ralf Heinen, Bürgermeister der Stadt Köln, begrüßte die Anwesenden herzlich in der Stadt „der tausend Gesichter“. Er stellte heraus, dass die Arbeit an der Präventionskette in Köln ein wichtiger Baustein des gesamtstädtischen „Reformvorhabens“ sei, bei dem unter anderem „eine Neuorientierung und Neustrukturierung der Hilfesysteme im Ganzen“ auf der Agenda stehe.

"Wir brauchen ein koordiniertes Zusammenspiel von Jugend, Bildung, Gesundheit und Stadtentwicklung."

Bei dem Aufbau einer Präventionskette „handle es sich nicht um eine einmalige Aktion“, sondern um einen mittelfristigen Prozess, der „einen partei- und trägerübergreifenden Konsens erfordere“. Daher begrüße die Stadt Köln besonders die „Weiterführung der beratenden und fachbegleitenden Tätigkeiten des Landes zum Aufbau kommunaler Präventionsketten durch das Institut für soziale Arbeit“. Eine Präventionskette sei eben so facettenreich wie die Gesellschaft, in der sie Wirkung zeigen soll.

 

Staatssekretär Andreas Bothe, der seine Teilnahme aufgrund einer Sondersitzung zur ersten Regierungserklärung der neuen Landesregierung leider kurzfristig absagen musste, ließ es sich jedoch nicht nehmen, den Teilnehmenden des Lernnetzwerks eine Videobotschaft zukommen zu lassen. Hierin betonte er, dass „beste Zukunftschancen für alle Kinder – unabhängig von der sozialen Herkunft“ selbstverständlich auch das Ziel dieser Landesregierung seien.

"Wir wollen die Prävention stärken, hin zu einer flächendeckenden Verbesserung der Zukunftschancen von Kindern."

Der Staatssekretär bestätigte den vorzeitigen Maßnahmenbeginn und die Fortführung des Programms bis zunächst Ende 2018.

Opens internal link in current windowVideo: Grußwort Staatssekretär Bothe

 

Als weitere Vertreterin des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) des Landes Nordrhein-Westfalen war u.a. die Leiterin des Referats 324, Gudrun Schmidt anwesend, die seit Mai 2017 neben den Familienzentren auch für den Bereich „Kommunale Präventionsketten“ im MKFFI zuständig ist. Prävention sei eine der berufsbiografischen Konstanten in ihrem bisherigen Werdegang, resümierte Schmidt. Unter anderem die Familienzentren, einer ihrer langjährigen Arbeitsschwerpunkte, seien ein guter Anknüpfungspunkt für Präventionsangebote vor Ort:

"Familienzentren sind ein kleines Netzwerk im großen Netzwerk der kommunalen Präventionskette"

Die Programmevaluation / Bilanzierung der kommunalen Präventionsketten sieht Frau Schmidt als Gelegenheit  „das Erreichte in den Kommunen zu verdeutlichen und sichtbar zu machen“. Die Evaluation biete zugleich eine Chance für Kommunen und Landesregierung, zukünftige Präventionspolitik auf einer sachlichen Basis zu gestalten.

 

Im Anschluss gaben zwei Kommunen (Dinslaken & Ahlen) Einblick in ihre bisherige Koordinationsarbeit der Präventionsketten vor Ort. Sie lieferten praxisnahe Beispiele und gaben ein ebenso authentisches wie anschauliches Bild ihrer Situation in der jeweiligen Kommune. So unterschiedlich die Ausgangsbedingungen auch seien, es ließen sich dennoch übertragbare Praxisbeispiele und Handlungsstrategien ausmachen. Unabhängig von veränderbaren Titeln gibt es eine gemeinsame Zielrichtung:

Wie das Kind heißt, ist egal. Hauptsache, wir lassen es nicht zurück!“

so Holger Mrosek, Koordinator für Präventionsketten der Stadt Dinslaken. Marina Bänke, seit diesem Jahr Koordinatorin „Kommunale Präventionsketten“ in Ahlen, ergänzte, dass sie „als Vertreterin einer neuen Kommune bereits enorm von den Erfahrungen der Modellkommunen und der Beratung durch die Landeskoordinierungsstelle profitieren konnte“.

Opens internal link in current windowVideo: Input Holger Mrosek                                Initiates file downloadPräsentation von Holger Mrosek (PDF)                                 

Opens internal link in current windowVideo: Input Marina Bänke 


Markus Schön
, Fachbereichsleiter Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung der Stadt Krefeld, hielt einen Input zum Thema „Engagement von Unternehmen und der Bürgerschaft als unverzichtbare Ressource der präventiven Arbeit in Kommunen“ in dem er unter anderem auf seine vielfältigen Erfahrungen als stellvertretender Jugendamtsleiter der Stadt München zurückgreifen konnte. Er zeigte Möglichkeiten und Grenzen des bürgerschaftlichen bzw. unternehmerischen Engagements auf und wie sie sich sinnvoll in die Präventionsarbeit einbinden lassen. Dazu bedürfe es vor allem personeller Ressourcen innerhalb der Verwaltung, um zum Beispiel Sach- und Geldspenden angemessen zu koordinieren und einem sinnvollen Zweck zuzuführen.

Opens internal link in current windowVideo: Input Markus Schön                                 Initiates file downloadPräsentation von Markus Schön (PDF) 

 

Am Nachmittag erläuterten Norbert Wörmann, Leiter der Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpfung (FSA) und Dr. Heinz-Jürgen Stolz von der Landeskoordinierungsstelle „Kommunale Präventionsketten“ ihren kooperativen Ansatz zur Umsetzung eines „kleinräumigen Monitorings als Grundlage wissensbasierten Planens und Handelns“, welches nun schrittweise in den Kommunen umgesetzt werden soll.

 Initiates file downloadPräsentation von H.J. Stolz (PDF)                       Initiates file downloadPräsentation von Norbert Wörmann (PDF)

 

Im Anschluss fanden vier Arbeitsgruppen zum interkommunalen Austausch statt, die sich jeweils einem der folgenden Themen widmeten. Hierzu gab es jeweils Inputs aus den Kommunen sowie Raum für Anregungen und Rückfragen.