Sozial- und Finanzplanung als Einheit

Ein Leitziel stecken, planen, wie es erreicht werden kann, und dann Maßnahmen umsetzen, die nach ihrem Zielerreichungsgrad überprüft werden. So stellt die Kommune Bielefeld sicher, dass Investitionen in Prävention auch Wirkung zeigen, denn diese Wirkung muss belegt werden - bei jeder Maßnahme. In der Wissenschaft wird dieses Vorgehen evidenzbasierte Maßnahmenplanung genannt.

Seit dem Jahr 2009 unterliegen alle Vorhaben der Verwaltung in den Bereichen Jugendhilfe, Sozialhilfe, Sozialplanung und Prävention einer Zielmatrix. Die oberste Hierarchieebene bilden sechs feststehende Leitziele des Dezernats Soziales - ähnlich wie Zukunftsvisionen. Hierunter befinden sich dann jeweils Produktgruppenziele, darunter Produkte, zu denen es wiederum Teilziele mit konkreten Maßnahmen gibt - immer in einer Art Argumentationskette, die eine Wirkungshypothese von der Maßnahme bis hin zum Leitziel formuliert. Alle Maßnahmen sind mit Indikatoren hinterlegt, die zeigen, ob das Vorhaben wie geplant Wirkung zeigt oder ob Umsteuerungen nötig sind. Die konkrete Umsetzung wird im Rahmen eines internen Controllings nachgehalten.

Ein Beispiel für die Zielhierarchie:

Leitziel: "Die Sicherung der Lebensqualität für Menschen mit vorübergehendem oder dauerhaftem Unterstützungsbedarf ist gewährleistet".

Produktgruppenziel: "Die Förderung der Erziehungskompetenz der Erziehungsberechtigten ist gewährleistet."

Zuordnung zu dem korrespondierenden Produkt "Allgemeine Beratung und Unterstützung von Familien" und dem Teilziel "Steigerung der Erziehungskompetenz".

Wirkungshypothese: Über das Elternkurskonzept "Starke Eltern - Starke Kinder®" des Kinderschutzbundes werden in der Stadt Eltern mit Unterstützungsbedarf im Bereich der Erziehungskompetenz gestärkt, was - belegt durch die wissenschaftliche Begleitforschung dieses Elternkurskonzepts - maßgeblich positiven Einfluss auf die Lebensqualität der teilnehmenden Familien hat.

Dieses Vorgehen ist auf die Anforderungen des Neuen Kommunalen Finanzmanagements in NRW abgestimmt. Jährlich werden dafür die fachlichen Schwerpunkte vereinbart und geprüft und interne Planungsworkshops seitens des Dezernats durchgeführt. Daraufhin werden deren Ergebnisse operationalisiert und die Zielmatrix erstellt. Die zuständigen politischen Gremien sind regelhaft in das Verfahren eingebunden.

Mit dem Ineinandergreifen von Planung, Umsetzung und Controlling sowie einer umfassenden integrierten Sozialberichterstattung und -planung kann Bielefeld schon seit längerer Zeit die Prinzipien der "evidenzbasierten Maßnahmenplanung", Zugangssteuerung und Wirkungsmessung - auch ihrer präventiven Maßnahmen - erfolgreich umsetzen.

Alle Artikel mit Praxisbeispielen aus den 18 Modellkommunen finden Sie im Bericht der Landeskoordinierungsstelle.