Screeningverfahren für Neugeborene

In der Stadt Moers können Familien von Anfang an Hilfe erhalten. Im Rahmen des Verbundvorhabens "KinderZUKUNFT NRW" ermitteln Fachkräfte in den beiden städtischen Geburtskliniken anhand eines Fragenkatalogs, ob bei Neugeborenen und deren Familien gesundheitlicher oder psychosozialer Unterstützungsbedarf besteht. Dieses Screening umfasst verschiedene Themen, so zum Beispiel den Gesundheitszustand von Vater, Mutter und Kind oder auch potentielle Überforderungen der Eltern.

Auch das Erleben der Schwangerschaft spielt eine Rolle. Benötigen die Eltern Unterstützung, kann auf ein großes Netzwerk an Einrichtungen zurückgegriffen werden. So wird für jede Familie ein passgenaues Angebot ermittelt. Der Datenschutz spielt beim Screening eine wichtige Rolle. Jeder Fall wird mit einem Vier-Augen-Prinzip überprüft. Aufgrund der kurzen Verweildauer der Mütter im Krankenhaus ist das System computergestützt. Nach der Einwilligung der Familie zur Teilnahme wird der Name automatisch in eine Fallnummer umgewandelt - eine Rückverfolgung ist dabei nicht möglich. Der große Vorzug des Angebots ist die Freiwilligkeit. Niemand muss am Screening teilnehmen. Die persönliche Ansprache der Eltern schafft ein Vertrauensverhältnis zwischen ihnen und den Krankenschwestern und -pflegern, den Hebammen und den Ärztinnen und Ärzten. Der Ansatz hat Erfolg: Mehr als 95% der Eltern sind bereit, sich mit den Fachkräften in der Klinik auszutauschen.

Alle Artikel mit Praxisbeispielen aus den 18 Modellkommunen finden Sie im Bericht der Landeskoordinierungsstelle.