Login

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
13.10.2017

Freie Wohlfahrt verlängert die Zusammenarbeit mit dem Landesprojekt "Kommunale Präventionsketten"

Die Mitgliederversammlung der Freien Wohlfahrt NRW hat einstimmig beschlossen, die Zusammenarbeit mit der Landesregierung im Programm "Kommunale Präventionsketten" bis zum 31.12.18 fortzusetzen.

Martin Debener. Foto: ISA / Ursula Kansy.

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Freien Wohlfahrtspflege wird durch die Bereitstellung einer Personalressource für die Landeskoordinierungsstelle "Kommunale Präventionsketten" weiterhin gesichert. Martin Debener, Fachreferent für Armut und Grundsicherung bei der Freien Wohlfahrtspflege, der schon seit 2012 als Bindeglied zu den Freien Trägern fungiert, kann weiterhin wichtige Ver- und Anknüpfungsarbeit im Präventionsprojekt leisten.

Martin Debener garantiert einen kontinuierlichen Informationsfluss zwischen der Freien Wohlfahrtspflege und der Landeskoordinierungsstelle, was angesichts des primären Arbeitsbündnisses letzterer mit den Kommunen als Gebietskörperschaften, von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Landesinitiative ist. Die Zivilgesellschaft als strategisch entscheidender Partner beim Aufbau kommunal koordinierter Präventionsketten ist durch diese Architektur immer mit im Boot.

Die Hauptaufgabe des Mitarbeiters der Landesarbeitsgemeinschaft ist die Einbindung der örtlichen Freien Träger in die Aktivitäten der einzelnen Modellkommunen. Dies wurde in den letzten Jahren vor allem bei der Vorbereitung der örtlichen Arbeitsgemeinschaften der Freien Träger auf die Entwicklungskonferenzen deutlich. Die örtlichen Träger wurden auf der Geschäftsführungs- und Einrichtungsebene an den Entwicklungskonferenzen beteiligt, und so die gewinnbringende Einbindung der Freien Träger weiter verbessert.

Im Gespräch mit Martin Debener

Warum ist es wichtig, dass die Freien Träger in dem Projekt "Kommunale Präventionsketten" so präsent sind? Was ist der Synergieeffekt der Zusammenarbeit?

Debener: Freie und öffentliche Wohlfahrtspflege gehen "Hand in Hand", keiner kann ohne den anderen sinnvolle Präventionsarbeit leisten. Die gegenseitige Achtung vor der Leistung des anderen ist dabei eine grundlegende Voraussetzung. Ein Synergieeffekt entsteht, im Übrigen auch für die Freien Träger. Die Kommunen nehmen die Freie Wohlfahrtspflege deutlicher wahr, haben eine höhere Aufmerksamkeit für die Leistung der Freien Träger und in welchen Bereichen sie tätig sind.

Gibt es ein konkretes Beispielen aus den Kommunen, das hervorgehoben kann, wo die Verzahnung mit den Freien Trägern sehr gelungen ist?

Debener: In Oberhausen sind die Träger von Anfang an in der kommunalen Steuerungsgruppe beteiligt, viele Kommunen sind dem gefolgt. Inzwischen ist es zum Standard unseres Programms geworden, die Freie Wohlfahrt zu beteiligen. So können die Präventionsketten in den Kommunen gemeinsam gestaltet werden. Ich unterbreite ein Unterstützungsangebot für diese Verknüpfungsarbeit und pflege den Kontakt. Meine Aufgabe ist es, dafür Sorge zu tragen, dass die örtlichen Arbeitsgemeinschaften der Freien Träger bei der Steuerung der kommunalen Präventionsketten eingebunden werden.

Wie kann das Ergebnis praktisch aussehen?

Debener: Wie gute Netzwerkarbeit aussehen kann, vermittelte ein Beispiel aus Düsseldorf. Die "Kita-Eingangsuntersuchung" ist ein Gute-Praxis-Beispiel, das von den Freien Trägern mitgestaltet und mitgetragen wird. Aus einer Kooperation von Diakonie Düsseldorf, Deutschem Roten Kreuz, Gesundheitsamt, Jugendamt und dem SFD'75 Verein für Sport und Freizeit Düsseldorf ist ein multiprofessionelles Team entstanden, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder frühzeitig zu fördern und auch Eltern schon beim Kita-Start des Kindes für passende Unterstützungsangebote zu sensibilisieren. Sprach-, Koordinations-, Motorik- und Konzentrationschecks sowie eine ärztliche Untersuchung gehören zur "Kita-Eingangsuntersuchung", die im Düsseldorfer Stadtteil Hassels Nord in drei Kitas durchgeführt wird. Die Untersuchung bringt die Eltern und Kinder mit einer Kinderärztin, einer Präventionsmanagerin des Stadtteils und dem Erziehungspersonal an einen Tisch. Bemerkenswert ist hier die gute Kooperation im Sozialraum, zwischen Verwaltung und Freien Trägern.

Warum gibt es solche Erfolge aus der Zusammenarbeit heraus nicht flächendeckend? Was sind die Hürden in der Einbeziehung der Freien Träger?

Debener: Die Hürde sind immer die zeitlichen Ressourcen und die Kontinuität der Beteiligung der Freien Träger vor Ort. Steuerungsgruppensitzungen sind zusätzliche Arbeitszeit. Nicht allen Vertretern der Freien Wohlfahrt ist sofort präsent, wie notwendig und sinnvoll die Teilnahme an solchen Sitzungen ist, aber die Präventionsarbeit erfordert viel Kommunikation und ist eine langfristige Angelegenheit.

Welche langfristigen Ziele müssen angegangen werden? Was sollte in Zukunft verbessert werden?

Debener: Langfristig wäre eine Beteiligung von Anfang an wünschenswert. Etwa vor der Aufstellung eines Jugendhilfeplans sollte ein Gespräch mit den Freien Trägern über Ziele der künftigen Planung stattfinden. So könnte Beteiligung viel sinnvollere gestaltet werden, als "nur" im Nachgang um eine Stellungnahme der Freien Wohlfahrt über einen allein von der Verwaltung erstellten Plan zu bitten.