29.08.2019, Duisburg

„Gemeinsam Prävention besser machen - Soziale Teilhabe anregen und ermöglichen“

war das Thema des 23. Lernnetzwerktreffens am 29. August 2019 in Duisburg.

Ilona Heuchel, Geschäftsführender Vorstand des Instituts für soziale Arbeit, führte durch den Tag. © ISA / Martin Scherag

Familiendezernent Thomas Krützberg der Stadt Duisburg begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter der vierzig Projektkommunen der "Kommunalen Präventionsketten Nordrhein-Westfalen".© ISA / Martin Scherag

Bindeglied zur Landesebene war an diesem Tag Marco Becker aus dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, der zum Sachstand der Konzeptentwicklung "Soziale Prävention für Kinder und Jugendliche in NRW" referierte. © ISA / Martin Scherag

Ilona Heuchel (ISA) und Professor Dr. Susanne Spindler (Hochschule Düsseldorf) © ISA / Martin Scherag

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"Kanaken dürfen ihre Kippen wegschnippen" war der provokante Titel des Vortrags von Professor Dr. Susanne Spindler von der Hochschule Düsseldorf. © ISA / Martin Scherag

Professor Dr. Karim Fereidooni von der Ruhr-Universität Bochum sprach über "Alltagsrassismus in Gesellschaft und Schule". © ISA / Martin Scherag

Dr. Otto Kohlscheen (Servicestelle Prävention) © ISA / Martin Scherag

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Dr. Heinz-Jürgen Stolz (Leiter der Servicestelle Prävention) © ISA / Martin Scherag

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Maike Brochhagen vom Familienministerium NRW stellt das neue Online-Tool "Guter Start NRW" vor. © ISA / Martin Scherag

Martin Debener (Servicestelle Prävention) vertritt die Freien Träger. © ISA / Martin Scherag

Sophie Rüberg (BMS Consulting GmbH) erläutert das Online-Tool "Guter Start NRW"© ISA / Martin Scherag

Initiates file downloadAgenda des Tages

Familiendezernent Thomas Krützberg der Stadt Duisburg begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter der vierzig Projektkommunen der "Kommunalen Präventionsketten Nordrhein-Westfalen".

"Netzwerkarbeit ist das, was uns weiterbringt", eröffnete Krützberg das Treffen.

Dafür bedürfe es einer Kooperation auf Augenhöhe, um gemeinsam über den Tellerrand zu gucken. Denn insbesondere das Entwickeln einer passgenauen Präventionskette sei eine Aufgabe, die man alleine nicht stemmen könne.

Ilona Heuchel, Geschäftsführender Vorstand des Instituts für soziale Arbeit e.V. (ISA), führte durch das gut besuchte Lernnetzwerktreffen, was nicht nur den Anspruch hatte, inhaltliche Impulse zu setzten, sondern auch Raum für den interkommunalen Austausch bieten sollte.

Bindeglied zur Landesebene war an diesem Tag Marco Becker aus dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, der zum Sachstand der Konzeptentwicklung "Soziale Prävention für Kinder und Jugendliche in NRW" referierte, deren Ziel ein lückenloses Unterstützungssystem sei. Hierzu soll das Projekt auf ganz Nordrhein-Westfalen erweitert werden.

Zum eigentlichen Kongressthema "Soziale Teilhabe" leistete Professor Dr. Susanne Spindler von der Hochschule Düsseldorf den ersten inhaltlichen Beitrag.

"Kanaken dürfen ihre Kippen wegschnippen" war der provokante Titel ihres Vortrags, der die Problematik von Differenz(setzung)en in der Sozialen Arbeit beleuchtete.

Spindler forscht im Fachbereich Soziale Arbeit und Migration und wies mit Ihrer Präsentation auf das Dilemma hin, in dem sich die pädagogische Arbeit heute befindet, wenn sie Benachteiligung und Ausgrenzung entgegenwirken will: Einerseits will sie Differenzen berücksichtigen, andererseits nicht auf bestimmte Differenzen reduzieren.

Um dieses Dilemma zu unterstreichen, schloss Spindler ihren Vortrag mit einem Zitat der Dichterin Pat Parker: Für die Weiße, die wissen möchte, wie sie meine Freundin sein kann. Erstens: Vergiss, dass ich schwarz bin. Zweitens: Vergiss nie, dass ich schwarz bin.

Initiates file downloadPräsentation von Professor Dr. Susanne Spindler

Das gleiche Dilemma spiegelte sich auch zweiten Fachvortrag wieder. Professor Dr. Karim Fereidooni von der Ruhr-Universität Bochum sprach über "Alltagsrassismus in Gesellschaft und Schule" und konnte dabei auch aus eigener Berufserfahrung berichten. Fereidooni arbeitete zunächst als Lehrer an einem Gymnasium im nördlichen Ruhrgebiet, bevor er Juniorprofessor an der Ruhr-Universität Bochum in der Fakultät Sozialwissenschaften wurde.

"Rassismus erwerben wir als Wissen", stellte Fereidooni in seinem Vortrag fest.

Er werde erlernt und reproduziert. Und dass nicht von einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe, sondern unabhängig von der Bildungs- und Einkommensschichten. Sein Fazit: Menschen können nur dann rassismuskritisch agieren, wenn sie sich lebenslang mit dem eigenen rassistischen Wissen auseinandersetzen. Dafür müsse man das Professionsprofil von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitern. Ziel solle es sein, Rassismus zu verlernen.

Initiates file downloadPräsentation von Professor Dr. Karim Fereidooni

Zum Abschluss des Tages bekamen die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen noch ein paar praktische Informationen mit auf den Weg. Sophie Rüberg von der BMS Consulting stellte das neue Online-Tool "Guter Start NRW" vor. Dabei handelt es sich um einen Online-Service, der alle Angebote für Eltern mit Kindern bis zum Schuleintritt bündelt und vom Familienministerium für die Kommunen zur Verfügung gestellt wird.